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Der Hl. Valentin und seine Kontoführung

Und trotzdem – die Werbung um den Gedenktag des Hl. Valentin (14. Februar), dem Schutzpatron der Liebenden, lässt mir keine Ruhe. Und ich frage mich: Wie steht es denn mit den Investitionen in eine Beziehung?

Natürlich ist es möglich, Geld zu investieren und zum Valentinstag ein schönes Geschenk zu kaufen. Eines, das zum Ausdruck bringt, was mein Lieber mir bedeutet. Ich habe jedoch noch einen anderen Vorschlag. Wie wäre es mit einer langfristigen Investition? Nicht eine im materiellen Sinn, sondern eine emotionale?

Wir alle wissen, dass eine Beziehung aus Geben und Nehmen besteht. Ähnlich einem Bankkonto. Um Geld abzuheben, muss man irgendwann auch etwas darauf einbezahlt haben. Und dasselbe gilt auch für das Beziehungskonto. Schöne und positive Moment werden in die Kolonne der Einnahmen verzeichnet. Darunter fällt z.B. ein ehrliches Dankeschön, wahrgenommene Empathie in einem Gespräch, ein liebes SMS usw. In jeder Beziehung gibt es jedoch auch schwierige Momente. Solche, die das Vermögen schmälern. Darunter fallen Stress, Missverständnisse, böse Worte, egoistisches Gehabe und mehr. Das sind Momente, die emotional schwerer wiegen und dementsprechend das Konto stärker belasten als gute Momente. Um das Saldo des Beziehungskontos auszugleichen muss also mehr investiert werden, als profitiert werden kann. Ich bin jedoch überzeugt, dass sich hier jede Investition lohnt.

Ich weiss, was die Liebe betrifft, ist nicht alles so logisch wie in der Welt der Zahlen und Bilanzen. Trotzdem wünsche ich uns allen zum Valentinstag und darüber hinaus, dass wir die Zeit auf eine Art und Weise investieren, die für schwarze Zahlen in unseren Beziehungen sorgt. Darüber wird sich nicht nur der Hl. Valentin freuen, sondern auch Paulus. Er, der in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth schrieb. «Die Liebe hat den langen Atem, gütig ist die Liebe, sie eifert nicht» (1 Kor 13,4a).

Flurina Cavegn-Tomaschett, Pastoralassistentin

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