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Die Botschaft der Osterkerze 2021 in Ilanz

Die «Wüste» begleitet wie ein Leitfaden das Kirchenjahr 2020/21 unserer Pfarrei. «Der brennende Dornbusch» hat das Seelsorgeteam daher als das diesjährige Motto gewählt, um die Erstkommunikanten auf ihren ersten Empfang des gewandelten Brotes und Weines vorzubereiten. Im zweiten Buch Mose (Exodus) der Bibel können wir lesen, wie Mose in der Wüste einen Dornbusch entdeckt, der brennt, aber nicht vom Feuer verzehrt wird. Moses tritt diesem näher und hört aus ihm eine Stimme. Sie stellt sich vor als den Gott, der seit Urzeiten die vorangegangenen Generationen begleitet hat und nun auch ihn, Moses, begleite. Die Stimme befiehlt Mose, seine Schuhe auszuziehen und nicht näher zu treten, denn der Ort, an dem er sich befinde, ist ein heiliger Ort. Moses tut dies und legt sich vor dem brennenden Dornbusch gesengtem Haupt in den Sand; eine Stellung, welche Priester bei ihrer Weihe vor dem Altar noch heute einnehmen. Moses vernimmt von der Stimme im Dornbusch dann den Namen Gottes: «Ich bin, der ich bin immer da». Weiter frägt die Stimme Mose: «Bist du bereit für die von mir für dich bestimmte Mission?

«יהוה» Jahwe

Gott nennt seinen Namen: Jahwe.
Die Hebräische Schrift verwendet nur Konsonanten JHWH. In vielen Konfessionen und Religionen darf der Name Gottes nicht ausgesprochen werden.

Daher werden für den Namen Gottes Abwandlungen mit Verschiebung oder Änderung von Vokalen benutzt, die sich dennoch an die Konsonanten halten. Z. Bsp. «Jehowa», «Jowai» etc. Juden ersetzen das Wort gerne mit «Adonaj».

Auch der Name «Jesus» stammt von diesem Wort ab. «Jeshua»/ «Joshua» bedeutet auf Hebräisch «Jahwe hilft» bzw. «Jahwe rettet». Für Christen verkörpert sich Gott im Menschen Jesus als Retter, der sich wie ein nie abbrennender Busch sich für die Menschheit aufopfert.

Die Darstellung

Von Weitem vermutet der Betrachter auf der Osterkerze ansatzweise ein Kreuz. Um die Verzierung zu erkennen, muss er sich ihr nähern und erkennt ein Geflecht von grünen Blättern und überbordenden rotgelben Flammen. Wer genau hinsieht, entdeckt in der Mitte der Abbildung auf der Horizontalen die in Gold abgebildeten, hebräischen Zeihen «יהוה» zwischen zwei senkrechten Balken, welche zusammen ein «H» darstellen. Das darüber befindliche «J» und das darunter liegende «S» vervollständigen die Signatur zu einem «JHS», welches für Jesus steht. Die Osterkerze symbolisiert Gott, der sich in Jesus offenbart und sich selbst für die Menschheit aufopfert. Die Kerze wird in der Osterzeit zu jeder Liturgie bis Pfingstsonntag angezündet. Danach speziell an gewissen Hochfesten, bei Bussfeiern, während Beichten, und Initiationssakramenten. Auch begleitet die angezündete Osterkerze unsere Verstorbene am Beerdigungstag zur ewigen Ruhe. Über dem brennenden Dornbusch erkennen wir in den aufsteigenden Flammen die Jahreszahl 2021. Sie symbolisieren das Jetzt, das Heute. für Unter dem Busch erkennen wir die griechischen Grossbuchstaben A (Alpha) für Anfang und Ω (Omega) für Ende. Sie sind ineinandergeflochten. Im Anfang war das Wort, und Gott war das Wort, er hat die Zeiten in seiner Hand. Doch auch wenn ein Ende sich abzeichnet. Gott wandelt das Ende in einen neuen Anfang. Wer bloss zu Gott hintritt, sich nicht hinter Masken und Verkleidungen versteckt, sein Haupt senkt und sich wie Moses bis in den Sand hinein sich vor Gott verneigt: Dem tritt Gott entgegen und spricht: Ich bin immer für dich da.

Daniel Casanova, Sakristan 

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