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Herbstzeit

Die letzten Blumen verblühen, still fallen die ersten Blätter zu Boden, es wird kahl. Stellen wir uns einen warmen, sonnigen Herbsttag vor. Wir gehen auf einer Waldwiese spazieren und fangen die letzten warmen Sonnenstrahlen ein. Wir schauen uns um, die Blätter der Bäume haben sich verfärbt. Wir sehen rote, gelbe, braune und orangefarbene Farbtupfer ringsum. Bunte Herbstzeit, leuchtende Farben – ein unbeschreib­liches Farbenspiel, das bald in das Dunkel des Winters übergeht. Noch kürzere Tage, Nebel, Eis, Schnee und Kälte erwarten wir in den nächsten Wochen. Dunkle Tage und lange Nächte kommen auf uns zu und wir suchen das Licht, denn Dunkelheit erzeugt oft auch Unbehagen.

Den Menschen schlägt diese dunkle Jahreszeit manchmal aufs Gemüt. Sie werden stiller, ziehen uns zurück. Aber auch das ist gut so, denn so wie die Natur brauchen auch wir Menschen Zeiten der Erholung und Regeneration.

Zeit des Atemholens

Herbstzeit ist daher auch eine Zeit des Atemholens. Wir geniessen die Abende in der Wolldecke mit einem guten Buch oder einem Film. Die Atmosphäre des Kerzenlichtes gibt uns die Möglichkeit, diese trübe Zeit als Schatz zu erkennen. Vielleicht haben wir nur verlernt nach innen zu gehen und uns mit uns selber zu beschäftigen – mit unseren Gefühlen, Gedanken, Wünschen und Träumen.

Wenn wir jetzt in den frühen Abendstunden durchs Dorf gehen und die hell erleuchteten Fenster sehen, dann spüren wir dahinter Wärme und Gemütlichkeit. Die Kerzen auf den Friedhöfen schmücken unsere Gräber mit Farbe und Licht – Allerheiligen ist nicht mehr weit. Und bald die leuchtenden Kerzen am Adventkranz, die uns das Licht zeigen, das in die Finsternis kommt: JESUS ALS DAS LICHT DER WELT.

Ich wünsche uns allen, dass wir bewusst und langsam durch den Herbst gehen und den Rückzug bewusst erleben, denn die beste Vorbereitung auf den dunklen Winter ist das stille Innehalten.

Armin Cavelti, pastoraler Mitarbeiter

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