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Laudato si’ und die Ozeane

Im Seelsorgeteam haben wir entschieden, uns während eines Jahres von der päpstlichen Umweltenzyklika Laudato si’ inspirieren zu lassen. Von Zeit zu Zeit soll auch unser wöchentlicher Blog die Thematik aufgreifen. Gar nicht so einfach, aus einer Vielzahl von Impulsen der Enzyklika eines auszuwählen. Beim Durchblättern sticht mir ein Wort ins Auge: Ozeane. Mir kommen die schockierenden Bilder in den Sinn, die ich im Frühling in einem Dokumentarfilm über die Zerstörung der Meere durch die Fischerei gesehen habe. Einmal mehr wird mir bewusst, wie Papst Franziskus mit seiner Umweltenzyklika bereits vor 6 Jahren, als die Enzyklika erschien, den Nerv der Zeit getroffen hat. So schreibt er:

Die Ozeane enthalten nicht nur den grössten Teil des Wassers des Planeten, sondern auch den grössten Teil der umfassenden Vielfalt an Lebewesen, von denen viele uns noch unbekannt und aus verschiedenen Gründen bedroht sind. Andererseits wird das Leben in den Flüssen, Seen, Meeren und Ozeanen, das einen grossen Teil der Weltbevölkerung ernährt, durch die unkontrollierte Ausbeutung des Fischbestands geschädigt, die den drastischen Rückgang einiger Arten verursacht. Dennoch entwickeln sich weiter Formen selektiven Fischfangs, die einen grossen Teil der eingeholten Arten vergeuden. Besonders bedroht sind Meeresorganismen, an die wir gar nicht denken, wie bestimmte Formen von Plankton, die eine sehr wichtige Komponente in der marinen Nahrungskette bilden und von denen letztlich Arten abhängen, die uns zur Nahrung dienen (LS 40).

Laudato si’ bestätigt, was mir auch durch den Film bewusst wurde: Wir brauchen einen lebendigen Ozean um zu überleben. Nicht zu fassen, dass die Meere 70% des gesamten Sauerstoffbedarfs produzieren! Da kommen wir nicht drum herum, zu solch einem kostbaren System Sorge zu tragen. Dafür kann auch ich, die ich in den Bündner Bergen lebe, etwas tun! Auch wenn das Meer weit entfernt ist. Auch ich als Einzelperson. Seitdem ich den Film gesehen habe, versuche ich keinen Fisch und auch keine Meeresfrüchte mehr zu essen, was mir, ich gebe es zu, schon ziemlich schwerfällt. Das ist mein Beitrag. Dass ich das kann ist ein Privileg, das viele Menschen nicht haben.

Flurina Cavegn-Tomaschett, Pastoralassistentin

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