Überspringen zu Hauptinhalt

Neues Diözesanes Pastoralenwicklungsteam

NEUES DIÖZESANES PASTORALENTWICKLUNGSTEAM

Bischof Joseph Maria hat ein Diözesanes Pastoralentwicklungsteam mit jeweils einer Person aus den drei Bistumsregionen ins Leben gerufen. Für Graubünden ist Flurina Cavegn-Tomaschett berufen, die auch Mitglied des Bischofsrates wird.

Bischof Joseph Maria äusserte in den Medien bereits mehrfach den Wunsch, dass die Kirche eine Kirche werden solle, die hinausgeht. Hinaus zu den Menschen, den Kranken, Leidenden, Einsamen, Suchenden, Entmutigten, Randständigen, Ausgegrenzten und Armen.

Das Ziel ist eine dauernde pastorale Entwicklung, bei der alle Gläubigen Protagonisten und nicht bloss Konsumenten sein sollten.

Um diesen Erneuerungsprozess zu fördern, wurde nach Beratungen in den Diözesanen Räten ein Diözesanes Pastoralentwicklungsteam (DPET) mit jeweils einer Person im Teilpensum aus den drei Bistumsregionen konstituiert. Dadurch können sie am Puls des pastoralen Alltags verankert bleiben und zugleich in enger Zusammenarbeit mit dem Bischofsrat und den Personalverantwortlichen wirken.

Am 1. August wurde – nebst Rudolf Vögele und Bernhard Willi – Flurina Cavegn-Tomaschett ernannt, unsere langjährige Autorin des «Pfarreiblatts Graubünden». Flurina Cavegn-Tomaschett wird überdies Mitglied des Bischofsrates und dort das Diözesane Pastoralentwicklungsteam vertreten.

Dem «Pfarreiblatt Graubünden» hat sie einige Fragen beantwortet.

«Pfarreiblatt Graubünden» : Flurina Cavegn-Tomaschett, was ist die Aufgabe des neuen Pastoralentwicklungsteams?

Flurina Cavegn-Tomaschett: Wir stehen als neu ernanntes Team am Anfang eines Weges. Ich schätze es, gemeinsam unterwegs zu sein, von den Erfahrungen anderer zu profitieren und gemeinsame Ziele zu setzen. Wohin diese Ziele führen, soll in enger Zusammenarbeit mit dem Bischof, dem jeweiligen Generalvikar und den Personalverantwortlichen geklärt werden. Ein wichtiger Wegweiser wird der synodale Prozess sein. Dieser Prozess, angeregt durch Papst Franziskus, hat auch unser Bistum erreicht und bereits einiges ausgelöst. Synodal unterwegs zu sein, ist mir auch in unserem Pastoralentwicklungsteam ein Grundanliegen. Wie Bischof Joseph Maria sich geäussert hat, soll eine pastorale Entwicklung angestrebt werden, bei der alle Gläubigen Protagonisten sind und nicht bloss Konsumenten. Dieses Bild einer synodalen Kirche soll wegweisend sein in der pastoralen Entwicklung.

Was wird konkret deine Aufgabe sein?
Meine konkreten Aufgaben wurden noch nicht definiert. Ich las heute Morgen einen Bibeltext über Abraham: Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde (Hebr 11,8). Ich werde zwar nicht wegziehen, sondern weiterhin in meinem geliebten Kanton bleiben. Aber so wie Abraham folge ich einem Ruf, ohne zu wissen, wohin ich kommen werde. Der Grund dafür ist mein christlicher Glaube, den ich mit Freude lebe, aber auch mein Glaube an eine Zukunft der Kirche.

Eine Grundhaltung meines Auftrags wird sein, den Menschen in den Pfarreien zuzuhören und gemeinsam mit ihnen nach Handlungsmöglichkeiten suchen, die Zukunft der Kirche vor Ort zu gestalten. Mir ist bewusst, dass im Kanton Graubünden in den nächsten Jahren sich einiges verändern wird und verändern muss.

Um nochmals die Metapher des Weges aufzugreifen. Ich weiss, dass die Wege in Graubünden oft steil und eng sind. Sie sind aber auch gesäumt von einer bunten Vielfalt an Blumen, sie erschliessen idyllische Dörfer und Landschaften, Rastplätze laden zum Verweilen ein und zahlreiche Kreuze am Wegrand erinnern daran, dass wir als Glaubende unterwegs sind.

Ich freue mich, diese Wege synodal zu begehen und hoffe auf Menschen vor Ort, die ihre Kirche im Dorf behalten wollen.

Du bist auch zum Mitglied des Bischofsrates ernannt worden. Weshalb ist es wichtig, dass du als Mitglied des Pastoralentwicklungsteams dort vertreten bist?
Zum einen werde ich im Bischofsrat das Pastoralentwicklungsteam vertreten und stellvertretend unsere Anliegen, Impulse und Bedürfnisse einbringen. Zum anderen stelle ich mich zur Verfügung, meine Erfahrungen in Beruf und Alltag und meine Identität als Bündnerin und Rätoromanin in dieses Gremium mit einzubringen.

Die erste Sitzung des Bischofsrates steht nächstens an. Dann erfahre ich sicher mehr über meine bevorstehenden Aufgaben.

Wie viele Stellenprozente umfassen diese beiden  Aufgaben?
Alle drei Mitglieder des Teams werden sich zu je 20 Prozent für diesen Dienst zur Verfügung stellen. Dies erlaubt uns, weiterhin eine Verankerung in der Seelsorge vor Ort, was gerade in der Aufgabe der Diözesanen Pastoralentwicklung sehr wichtig ist.

Kennst du deine beiden Kollegen im Pastoralentwicklungsteam bereits?
Rudolf Vögele aus der Bistumsregion Zürich und Bernhard Willi aus der Bistumsregion Urschweiz habe ich bereits kennengelernt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihnen. Uns allen scheint die jeweilige Region und eine menschenzentrierte Seelsorge sehr am Herzen zu liegen.

Hast du ein besonderes Anliegen, das du zuerst angehen möchtest?
Es ist mir ein Anliegen, mit den Menschen in Kontakt zu treten, ihnen zuzuhören und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Jede Pfarrei hat ihre besonderen Bedürfnisse, aber auch spezifische Ressourcen und Traditionen, die es nach den gegebenen Möglichkeiten zu beachten gilt. Ich möchte die Menschen vor Ort animieren, sich für den Glauben und die Kirche zu engagieren. Es muss uns bewusst werden, dass wir alle, die getauft sind, Kirche sind und Kirche gestalten und entwickeln sollen.

Auf was freust du dich besonders, vor was hast du Respekt?
Ich freue mich auf ein kreatives Entwickeln. Als ehemalige Handarbeitslehrerin habe ich zahlreiche aufgewickelte Knäuel entwickelt, um daraus etwas Konkretes, Neues, entstehen zu lassen. Ich weiss aber auch, dass dabei Knöpfe entstehen können. Vor diesen Knöpfen habe ich Respekt. Mit Geduld und Fingerspitzengefühl lässt sich jedoch beinahe jeder Knopf lösen. (sc/fct)

Flurina Cavegn-Tomaschett (Jg. 73) aus Breil/Brigels GR ist Pastoralassistentin in den Pfarreien Ilanz, Sagogn, Schluein und Sevgein. Sie ist unter anderem Mitglied des Diözesanen Rates der Religionspädagoginnen, Religionspädagogen, Theologinnen, Theologen und Ständigen Diakone, der Diözesanen Fortbildungskommission sowie der «Cummissiun ecclesiastica» des rätoromanischen Radio- und Fernsehsenders RTR. Die gelernte Handarbeitslehrerin hat 2019 ihren MA-Abschluss in Theologie an der THC Chur erhalten. Neben ihrem Beruf als Seelsorgerin gilt ihr besonderes Interesse der rätoromanischen Sprache und der Kultur Graubündens.

An den Anfang scrollen