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Schöpfung oder Evolution?

Ich glaube Evolution und Kreation sind verschiedene Sichtweisen des Gleichen. Nehmen wir ein Beispiel. In einem medizinischen Lehrbuch wird der Mensch beschrieben. Dies geschieht auf sehr nüchterne und objektive Weise. Organe und ihre Bedeutung und Funktion werden aufgezählt und beschrieben. In diesen anatomischen Menschen wird man sich kaum verlieben. Wenn der Mensch aber in einem Gedicht, vielleicht sogar in einem Liebesgedicht beschrieben wird, tönt es ganz anders. Es ist Ausdruck eine Beziehung zum Menschen. Verglichen mit den anatomischen Beschreibungen sind diese Aussagen sind nicht falsch, aber anders.

So dürfen wir auch die Schöpfungsberichte in Genesis 1,1-2,25 sehen. Diese Schöpfungsberichte wollen nicht die Evolution beschreiben. Sie machen keine naturwissenschaftlichen Aussagen, sondern Glaubensaussagen.

Am Anfang war das Chaos (Erde wüst und wirr), aber der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Der Geist ordnet das Chaos. Hinter der ganzen Schöpfung, hinter allen Naturgesetzen und der ganzen Evolution, die ja immer noch weiter geht, steht der Geist Gottes.

Evangelium der Schöpfung

Was hat es nun auf sich mit der Überschrift: Das Evangelium von der Schöpfung? Evangelium heisst „Frohe Botschaft“. Wenn wir die Welt als Schöpfung Gottes betrachten, weckt es in uns die Ehrfurcht und wir werden uns bewusst, dass sie uns geschenkt ist.

Papst Franziskus sagt dazu folgendes: „Die Schöpfungsberichte im Buch Genesis enthalten in ihrer symbolischen und narrativen Sprache tiefgründige Lehren über das Menschsein und seine historische Wirklichkeit.“

In diesem Sinne ist es Frohe Botschaft, die Welt ehrfürchtig als Schöpfung betrachten zu dürfen. So bietet der Glaube wichtige Motivationen für die Pflege und Sorge für die Natur.

Sur Marcus Flury, mitarbeitender Priester

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