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Täglich ein Kalenderspruch

Morgens, wenn ich ins Pfarrbüro komme, habe ich so meine Rituale. Darunter befindet sich auch das Aktualisieren unseres Spruchkalenders, der– gut sichtbar für alle – im Gang aufgehängt ist. Obwohl eigentlich Datum und Wochentag das ursprünglich Wichtigste eines Kalenders sind, schenke ich diesen zwei Hinweisen wenig Beachtung. Bis ich im Büro bin, sollte mir eigentlich klar sein, was für ein Wochentag heute ist und das Datum zeigt mir mein Mobiltelefon bereits bei der ersten morgendlichen Konsultation an. Bleibt also noch der Spruch.

«Der wichtigste Einsatz ist der Einsatz in der gegenwärtigen Minute» stand heute Morgen da. Gut, habe ich gedacht, das trifft dann in diesem Augenblick auf das Herunterreissen des gestrigen und Lesen des heutigen Spruchblattes zu. Klar, es gibt wichtigere und unwichtige augenblickliche Einsätze. Dieses Aktualisieren des Kalenders kann es in der Wichtigkeit nicht aufnehmen mit der an einem anderen Ort, genau in diesem Augenblick stattfindenden Rettung eines Menschenlebens. Das hat der Autor des Spruchs, Michel Quast, wohl nicht gemeint. Ich verstehe es vielmehr so, dass er auf den Wert des Augenblicks aufmerksam machen will. Das Jetzt ist wichtig, die Gegenwart – und das Tun.

Diesen Vorsatz nehme ich gerne mit in den Tag. Er kann mir helfen, nicht am Gestern hängenzubleiben. Er kann mir auch helfen, mit meinen Gedanken nicht schon in der Planung von Morgen zu sein. Er kann mir helfen, den Augenblick gut zu gestalten, ihn zu nutzen, ihn als wertvoll anzusehen. Er kann mir auch helfen, diesen Moment dankbar aus Gottes Hand anzunehmen.

Pastoralassistentin Flurina Cavegn-Tomaschett

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