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Wer singt, betet doppelt

Historisch ist von ihr wenig bekannt. Sie ist eine der vielen, die in den ersten Jahrhunderten der Kirche als Zeugin Jesu Christi ihr Leben geopfert hat. Was die Geschichte nicht weiss, ergänzen die Legenden. Die Verbindung der hl. Cäcilia zur Kirchenmusik, insbesondere zum Orgelspiel, das in ihrer christlichen Ikonographie eine grosse Rolle spielt, hat ihren Ursprung in einem Satz aus der  passio sanctae Caeciliaeaus dem 5. Jahrhundert: „Es kam der Tag, auf den ihre Hochzeit festgesetzt war, und während die Instrumente spielten, sang sie ihrem Herzen dem Herrn allein mit den Worten: Mögen mein Herz und mein Leib unbefleckt sein, damit ich nicht verderbe.“

Mit dem Namen der heiligen Cäcilia verbindet sich, was die Menschen seit Jahrhunderten durch sie bewegt: nämlich die unfassbare Zuwendung Gottes, seine Menschwerdung, seine Geistsendung, seine Liebe zu uns zu erkennen, davon berührt zu sein. Und die Antwort kann nur lauten: zu danken, zu loben, zu singen, zu spielen, zu verehren. Im gesungenen Lobpreis Gottes geht uns auf, wer wir durch Gott sind: Wir sind „von Gott geliebt, sind seine auserwählten Heiligen.“ (vgl. Kol 3,12)

 

Musik und Gesang in der Liturgie

Musik und Gesang haben in der Liturgie eine hohe Bedeutung. Dadurch werden unsere Gottesdienste lebendig. Denn ohne Musik und Gesang werden unser Feiern wortlastig. Das haben wir schmerzlich erfahren, als wir wegen Corona monatelang nicht gemeinsam singen durften. Da hat ein wesentlicher Teil der Liturgie gefehlt. Das gemeinsame Singen und die Musik lassen uns aufatmen und helfen, das Gehörte zu verinnerlichen. Es verbindet und lässt Gemeinschaft erfahren.

Musik und Gesang waren zur Zeit der Bibel und bleiben immer Ausdruck der Verehrung Gottes. In der Heiligen Schrift gibt es viele Aufforderungen, Gott auf diese Weise zu ehren, zum Singen, zum Loben, Preisen und Jubeln.

So nehmen wir das Wort von Augustinus zu Herzen, ob im Gottesdienst oder im Alltag: „Wer singt betet doppelt. Darum singe und schreite voran!“

Pfarrer Alfred Cavelti

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