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September: Geheimnisvolle Tore

Zu meiner Jugendzeit gab es um Sargans herum etliche Festungen, welche als militärisches Sperrgebiet galten. Die Schiessscharten an der Passatiwand sahen wir. Uns interessierte aber der Eingang der Festung. So beschlossen wir vier Kameraden, diesen Eingang zu finden. An einem Mittwochnachmittag begaben wir uns auf die Suche. Wir hatten den Mut, an Warnschildern vorbeizugehen und nach gut einer Stunde standen wir mit einem mulmigen Gefühl vor dem Festungstor.  Was verbirgt sich dahinter? Das interessierte uns eigentlich. Was sollen wir tun? Das fragten wir uns im Flüsterton. Ein Kamerad wagte es, an das Tor zu klopfen. Dann aber rannten wir weg, bis wir ausser Sichtweite waren. Es blieb ein leider geheimnisvolles Tor.

Ein Mensch ist oft auch wie geheimnisvolles Tor. Was steckt hinter diesem Menschen? Vielleicht wagen wir uns, ihm zu nähern. Vielleicht haben wir den Mut durch Fragen anzuklopfen. Haben wir auch den Mut zu warten, bis dieses Tor zum Inneren dieses Menschen sich auftut? Oder fürchten wir uns davor? Bis geheimnisvolle Tore sich auftun, braucht es Geduld, vielleicht ein mehrmaliges «Anklopfen». Geduld ist Liebe.

Sur Marcus Flury, mitarbeitender Priester

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