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Wir sind Kirche

Welchen Dienst erweist du der Pfarrei?

Seit ungefähr fünf Jahren helfe ich mit bei den Bestattungen auf dem Friedhof St. Josef in Ilanz. Bereits im Voraus schaue ich, ob das Grab vorbereitet ist, denn es ist schon mal geschehen, dass dies vergessen wurde. Da musste ich selber Hand anlegen.

Wenn die Seelsorger mit den Trauernden und dem Verstorbenen zum Friedhof kommen, empfange ich sie beim Eingang und führe sie dann zum vorbereiteten Grab. Meistens steht es mir zu, die Urne zu versenken. Erdbestattungen gibt es nur selten.

Nach der Bestattung richte ich die Blumen und Kränze schön her. Wenn es Schnee hat, ist die Bestattung etwas umständlicher, aber auch das schaffen wir.

 

Was ist für dich die Motivation dazu?

Ich bin es gewohnt, ja zu sagen, wenn man mich um einen Gefallen bittet. Als sur Alfred Cavelti mich bat, diesen Dienst zu übernehmen, habe ich zugestimmt.

Ich helfe gerne, wo es mich braucht. Diesen Dienst mache ich gerne für die Verstorbenen und auch für die Familien. Ich fuhr während 25 Jahren Krankenwagen als freiwilliger Helfer. So bin ich bereits oft mit dem Tod konfrontiert worden. Krankheit und Tod sind mir nicht fremd. Wenn ein junger Mensch bestattet wird oder jemand, den ich gut kannte, geht das mir schon nahe.

Der Friedhof ist für mich ein Ort der Erinnerung. Wenn ich dort bin und vielleicht auf den Trauerzug warten muss, gehe ich durch die Reihen und denke an die Menschen, die ich gekannt habe. Dann kommt mir der Gedanke, dass es wichtig ist, den Menschen Gutes zu tun, solange sie leben. Wenn sie tot sind, ist es zu spät.

 

Gibt es einen Ort, wo du die Nähe Gottes besonders spürst?

und die Berge. Da fühle ich mich Gott und dem Himmel nahe. Diese Orte strahlen einen tiefen Frieden aus.

 

Wie muss sich die Kirche entwickeln, damit sie eine Zukunft hat?

Es wäre meiner Meinung nach wichtig, die Männer in Rom durch jüngere Menschen zu ersetzen. Sonst ändert sich nichts. Wir brauchen Menschen in Leitungspositionen, die offen sind und Männern und Frauen die Möglichkeit geben, sich in den Pfarreien breiter zu engagieren.

In unseren Pfarreien wird viel für uns getan. Es ist aber auch wichtig, dass sich die Menschen daran beteiligen.

Für die Zukunft wünsche ich mir auch, dass sur Alfred noch lange Zeit unser Pfarrer bleibt.

 

Welches Gebet gibt dir Kraft?

Mich beeindruckt jedes Jahr das «Lumen Christi – Deo gratias», das beim Einzug in der Osternachtsfeier zusammen mit dem Osterlicht gerufen wird. Das ist ein sehr emotionaler und eindrücklicher Moment. Das Licht durchbricht die Dunkelheit, der Ruf durchbricht die Stille. Es kommen da viele Erinnerungen hoch, zum Beispiel an meine Zeit als Ministrant. Ich war während vieler Jahre Ministrant. Nur einmal kam ich zu spät, aber dieses eine Mal hat noch lange mein schlechtes Gewissen geplagt.

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